San Antoni de Portmany
Dass der Grund unseres Maschinenausfalls der fehlenden Diesel war, lag nahe. Natürlich habe ich zuerst an einen leeren Tank gedacht aber die Füllstoffanzeige zeigte 75 %. Wie weit kann ich mich auf eine solche Anzeige verlassen? Sicherheitshalber tanke ich 20 Liter nach. Nicht an der Tankstelle im Hafen, denn die hatte geschlossen. Mit dem Bordfahrrad bin ich zweimal um die Bucht von San Antonio gefahren, zu einer Dieselzapfsäule. Vom Grobfilter bis hin zum Feinfilter habe ich die Dieselleitung dann gesäubert. Das Übel lag jedoch am Diesel-Einlauf des Grobfilters, aus dem ich schwarzen Schleim zog, der aussah wie ein dicker riesiger Sommerregenwurm. Der Grobfilter war dicht mit der sogenannten Dieselpest. Meines Wissens nach entsteht diese durch unsauberen Diesel in Verbindung mit Wasser. An der tiefsten Stelle des Dieseltanks haben wir ein Auslassventil. Ein wenig Schmutz habe ich hier noch abpumpen können.

Das Entlüften des Motors sollte mir jedoch nicht gelingen. Feli erkundigte sich im Hafen nach einem Fachmann für unser Problem. Jeder nannte Michel als den richtigen. Nach endlosen Telefonaten erschien Michel, der scheinbar fähigste Monteur im Hafen. Er prüfte den Grobfilter, den Wasserabscheider und schärfte mir ein, diesen Grobfilter regelmäßig zu kontrollieren, da die meisten Schiffe das Problem des verschmutzten Diesels haben. Bei Motorboten oder Seglern, die nicht viel aus dem Hafen kommen, spielt dieses keine große Rolle, da sich der Dreck nur beim Segeln, also bei Lage schieben, verteilt und angesaugt wird. Auch empfahl Michel entsprechende Zusatzmittel bei jedem Tanken zu verwenden. Hier gibt es unter Seglern unterschiedliche Meinungen. Ich werde allerdings nun GrotaMar71 als Mittel als Dieselzusatz einsetzen.
Nachdem es Michel gelungen war die Maschine zu entlüften, war die Welt für uns wieder in Ordnung.

Das wohl berühmteste Cafe im westlichen Mittelmeer liegt nur 10 Minuten zu Fuß vom Hafen entfernt. Man muss sich links halten, den ausgebauten Weg am Meer entlang. Dutzende Audio-CD's mit dem Cover „Cafe de Mar" sind im Handel.

Zum Sundowner treffen sich dort, meist 2 Stunden vor Sonnenuntergang, Hunderte von Menschen zum, wie man heute sagt, chillen. Durch die Masse der Anwesenden und dem gastronomischen Angebot, hat die ganze Location mehr den Charakter eines Rummelplatzes, als eines Ortes zum genießen eines traumhaften Sonnenuntergangs. Wer einen solchen sucht sollte zum Beispiel in die sogenannte Trommlerbucht Binirras oder zu den Salinen auf Formentera segeln.
Südlich von Ibiza liegt die kleine Insel Formentera wie eine kleine Perle im Mittelmeer. Zusammen mit Ibiza und weiteren kleinen Inseln bilden diese die Inselgruppe der Pituysen. Formentera ist nun unser nächstes Ziel. Mit etwa 82 km² und ungefähr 7.500 Einwohnern ist sie deutlich kleiner als die anderen Inseln der Balearen. Aber dafür findet man auf Formentera Strände, die an karibische Fotoserien erinnern.

Wir verlassen San Antonio und steuern hart am Wind um die „Illa de sa Conillera" ( Kanincheninsel") , um dann mit halben Wind und später sogar unter Blister die beeindruckende und geheimnisvolle Insel Vedra und ihre Schwesterinsel zu passieren. Der mystische Berg Es Vedra ist sicherlich das Wahrzeichen Ibizas schlechthin. Die Felsspitze ist weithin sichtbare und wirkt von jeder Position spektakuläre. Sie ragt 382 m aus dem Meer und ist nur etwa 700 m vom Ufer entfernt.
Auf unseren früheren Törns in dieser Gegend haben wir immer die Abkürzung zwischen der IIIa de Bosc und Conillera genommen. Aber sollte uns in dieser Meeresenge bei der geringen Wassertiefe in der Fahrrinne nun der Motor wieder ausfallen, kann das zu einer sehr unangenehmen Situation führen.
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