Puerto de Addaya

Die Cala Addaya war unser nächstes Etappenziel. Es waren lediglich etwa 6 sm, die wir aber gemütlich segeln konnten. Kurz vor der Einfahrt steigerte sich der Wind auf 15 Knoten, allerdings umlaufend. Die Einfahrt zum Hafen und zur Bucht von Addaya ist mit äußerster Sorgfalt zu befahren. Unter der Wasseroberfläche lauern, vor allem im östlichen Teil, Klippen und Flachwasser. Die in den Seehandbüchern angegebenen Einfahrtshilfen und der Tonnenstrich mit seinen roten und grünen Tonnen, nebst gültigen Erläuterungen, sind dringend einzuhalten. Unmittelbar neben den Tonnen drohen, knapp unterhalb der Wasseroberfläche, Felsen und Sandbänke, das Schiff auflaufen zu lassen. Feli stand am Bug und hielt Ausschau, denn die vorhandenen Bojen der Fahrwasser-begrenzung könnten sich ja versetzt haben. Eine langsame Fahrt, durch diese heimtückische Einfahrt, war nicht möglich, da der Wind meist seitlich einfiel. Es bestand die Gefahr, dass der Wind zu großen Druck auf das Vorschiff gab und wir so eine ungewollte Versetzung bekamen. Angekommen in der Cala de Addaya entschädigte dieser Naturhafen, der gegen alle Winde und Seegang bestens geschützt ist, für diekonzentrierte navigatorische Arbeit. Zuerst hatten wir uns an einer freien Boje, im südlichen Teil der Cala, festgemacht. Feli, die Skipperin, war dabei jedoch nicht wohl zu Mute. Ihrem Argument, das diese Boje von dem Eigentümer später beansprucht werden könnte, konnte ich nichts entgegensetzen. Mittlerweile kamen nun auch andere Schiffe in die Bucht und suchten sich einen Ankerplatz, somit bestand für uns die Gefahr, beim Eintreffen des Bojenbesitzers, keinen vernünftigen Ankergrund mehr zu bekommen.

Wir machten uns los und fuhren ein Ankermanöver in der Nähe des kleinen Hafens. Da der Schwojeraum nicht reichte, mussten wir dieses Manöver noch zweimal wiederholen bis wir richtig lagen

Mit dem Dingi setzten wir über, zum Port d'Addaya. Timmy, wie immer stehend mit seinen Vorderpfoten auf der Vorderkante unseres Zodiac, bildete so eine Art Galionsfigur unseres Beibootes. Da er diese Fahrtstrecken an Land meist mit einem Freudengebell begleitet, blieb unser Landfall keinem Nachbarn verborgen. Das akustische Zeichen seiner Freude über den Ausflug, ist ihm nicht mehr abzugewöhnen. Wir haben es mit guten und bösen Worten versucht. Die Schnauze haben wir ihm auch schon zugehalten. Es hat bisher nichts geholfen. Einen kleinen, hübschen Hafen mit einer netten Bar und scheinbar sehr guten Reparaturmöglichkeiten erwartete uns. Sehr aufgeräumte Stege und eine im ganzen sauberen Marina bot sich uns dar. Das Personal, im mit pinkfarbenen Bougonville bewachsenen Bürotürmchen, war sehr freundlich und gab uns bereitwillig Antworten auf unsere Fragen. Eine Übernachtung im Hafen hätte für unser Schiff mit der Länge von zwölf Metern mit Strom und Wasser 22,50 € gekostet. Für die Balearen noch recht moderat. Eine fast windstille Nacht ließ uns jedoch sicher vor unserem Bügelanker liegen.

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