Club Nautico El Arenal

Am nächsten Morgen, nach einem Cafe im Ort und einiger kleinen Besorgungen, warfen wir die Leinen los. Schlechtes Wetter, so die Vorhersagen, 7 bis 8 Beaufort, in Böen 9 aus West, sollten am darauf folgenden Tag im Südwesten Mallorcas und um Cabrera vorherrschend sein. Bei solchen Aussichten wollten wir lieber in unserem sicheren Heimathafen Arenal sein. Als wir die Punta de ses Crestas an Backbord sahen, den Hafen also verließen, blies uns der Wind mit 3 Beaufort genau auf die Nase. Wir entschieden uns gegen das Hochkreuzen und für unsere doch sehr starke Maschine. Gute sechs Knoten machte unsere Thalatta in Richtung Cabo Salinas. Mit uns kämpften sich drei weitere Schiffe, darunter ein Katamaran weiter in Richtung Cabo Blanco.

Auch nach dem Kurswechsel hinter dem Cabo Salinas blieb der Wind, nun aber mit fünf Beaufort, auf der Nase. Der Katamaran und ein weiterer Segler hatten wohl genug von der unruhigen Fahrt und änderten ihren Kurs in Richtung des Hafens von La Rapita. Unsere Windinstrumente zeigten an, dass die Tendenz des Windes stieg. Mit sechs Beaufort mussten wir nun klar kommen aber der Wind drehte langsam in Richtung Südwest. Wir setzten unser Groß. Zuerst nur um es als Stützsegel zu nutzen.

Es dauerte jedoch nicht lange und das Großsegel zog mit. Wir konnten die Drehzahl der Maschine von 2100 auf 1800 Umdrehungen reduzieren. Mittlerweile zeigte die Windmessung 28 bis 30 Knoten an und das Cabo Blanco kam näher und näher. Wir entschlossen uns, die Maschine auszuschalten und die Fock gerefft in den Wind zu stellen und Höhe zu laufen. Hoch am Wind zog die THALATTA nun mit 6 Knoten durch die Wellen. Die Gischt peitschte über das Vordeck.

Wir entschlossen uns, die Maschine auszuschalten und die Fock gerefft in den Wind zu stellen und Höhe zu laufen. Hoch am Wind zog die THALATTA nun mit 6 Knoten durch die Wellen. Die Gischt peitschte über das Vordeck. Zwei oder drei Wellen erklommen wir, um dann mit voller Wucht ins Wellental aufzuschlagen. Seewasserfontänen stiegen zu beiden Seiten des Schiffsbug auf, um Sekunden später auf das Vorschiff, bis hin zum Sprayhood, niederzukommen. Es gab keine trockene Stelle auf dem Schiff. Wir zogen das Süllbord der Leeseite durch die See. Es machte riesigen Spaß, segeln pur. In bunten Prospekten kann es nicht schöner dargestellt werden. Bedenken oder Angst hatten wir keine. Nach etwa drei Meilen waren wir der Meinung genug Höhe gelaufen zu haben und fuhren eine Wende. Damit wir keine Geschwindigkeit und damit Höhe verschenkten, sollte diese Wende schnell gefahren werden. Um dieses zu erreichen, ließen wir, in der Wende, die Fock kurz back stehen, um so einen schnelleren Drehmoment zu bekommen. Die erarbeitete Höhe reichte gut für das Cabo Blanco, jedoch nicht für den Rest der Strecke. Der Wind drehte irgendwann auf fast Süd. Für uns bedeutete dies, Halbwindkurs bei 7 Beaufort und gerefftem Tuch. Mit über 8 Knoten surften wir teilweise über die Wellen. Wir ließen es uns nicht nehmen, den Autopiloten auszuschalten und das Schiff selber zu steuern. Immer wieder die ankommenden Wellen anzuschneiden oder wenn notwendig, ruckartig abzufallen, um dann eine günstige Sekunde zu erwischen doch noch anzuluven und ein paar Meter Höhe zu holen.

Wir erlebten pure Segelfreude und lernten unser neues Schiff dabei natürlich immer besser kennen. Der letzte Tag unserer Reise war unser schönster Segeltag. Gegen späten Nachmittag legten wir im Club Nautico Arenal, unserem Heimat-hafen, an. Unser Törn entlang der Ostküste Mallorcas, die Umrundung Menorcas und die Rückreise an die Südostküste Mallorcas ging nun zu Ende. Mit dem Wetter hatten wir Glück gehabt. Es hätte an dem ein oder anderen Tag mehr Wind sein können aber so hatten wir mehr Zeit die jeweiligen Küstenabschnitte zu genießen. Altbekannte, aber auch neue, Liege- und Ankerplätze haben wir besucht. Wir sind keine Meilenfresser, daher habe ich auch hier keinen großen Wert auf die Aufzählung der versegelten Seemeilen gelegt. Der nächste  Segeltörn mit unserer Thalatta, soll uns im September zu der Inselgruppe der Pityusen führen. Dann wollen wir uns vor allem an der Nordostküste von Ibiza sowie auf Formentera aufhalten.

ENDE

zurück

zurück zur Startseite