zum Abschied wird gewunken
Wir sind große Freunde der spanischen Küche und dementsprechend sind wir ausgestattet. Irgendwann kam eine Paellapfanne samt Gasbrenner an Bord. Mit unseren Freunden aus der Marina und dieser Paellapfanne haben wir schon so manchen schönen Abend an Bord oder in einer Bucht verbracht. Zum Säubern binden wir die Pfanne dann an einen Tampen, hängen sie über Nacht ins Wasser, dass löst die Kruste und am nächsten Morgen wird sie dann gespült.

Nach einem schönen Abschiedsabend, wir wollten für einige Zeit Richtung Festland segeln, brachen wir am nächsten Tag gegen Mittag auf. Der Skipper stand stolz am Ruder, die Skipperin, im Moment zum Leichtmatrosen, degradiert hatte alle Hände voll zu tun und der Bordhund kontrollierte das Vorschiff auf blinde Passagiere. Die Terrasse in der Marina war voll besetzt. Alle schwenkten die Arme und winkten uns zum Abschied. Von der Tankstelle winkten uns die Marineros zu. Wildfremde Leute, die an dem Molenfeuer standen, winkten ebenfalls. So ein „großer Bahnhof" wir wollten schließlich nicht in die Karibik. Der Hafen lag achteraus und der Bordhund kontrollierte nun das Heck. Er bellte. Wir wollten unsere Ruhe haben. Das Bellen hörte nicht auf. Vermutlich hatte er schlechte Laune oder wollte zurück in den Hafen, zu irgendeiner Hundeliebe. Der Skipper erteilte ihm die zweite ernstzunehmende Warnung. Kleine Pause, aber er hörte nicht auf. Wir schauten uns an und dann sahen wir den Feind unseres Bordhundes. Wir wurden verfolgt von unserer Paellapfanne, die wir am Morgen im Wasser vergessen hatten. Sie tanzte auf den Wellen hinter unserem Schiff wie ein Frisbee.
Der Erste hätte der Letzte Törn werden können
Als Miteigner einer 8,50 m langen Stahlsegelyacht haben wir in den 80er Jahren schöne Zeiten auf den Kanälen, dem Ijsselmeer und der Waddenzee verbracht. Schließlich waren wir aus dem Schiff „herausgewachsen". Ein bisschen mehr Komfort, technische Einrichtungen und vor allem etwas mehr Geschwindigkeit sollten den Spaß am Segeln bringen. In unserem Heimathafen Hindeloopen am Ijsselmeer entdeckten wir 1994 bei einem Yachtmakler eine Bavaria 320, 2 Jahre alt, mit allem was wir uns schon immer wünschten. Am nächsten Tag saßen wir schon zu ersten Verkaufverhandlungen an Bord. Ein Probesegeln wurde vereinbart, dann noch ein paar schlaflose Nächte, das Schiff gehörte uns. Das nächste Wochenende konnten wir kaum erwarten. Der erste Törn mit unserem neuen Schiff stand bevor. Wir beeilten uns und gegen Mittag machten wir den ersten Schlag auf dem Ijsselmeer. Es war bedeckt und der Wind blies mit 5-6 BF. Wir setzten die Segel und probierten möglichst hoch an den Wind zu kommen. Der Skipper stand am Ruder und ich als Bordfrau machte mich nützlich. Es war Zeit für ein Manöverbier. Ich steckte meinen Kopf in die Kajüte und hörte ein Summen. In diesem Moment sah ich Rauch und innerhalb weniger Sekunden sah man den Kajütenboden nicht mehr. Der Skipper ließ alarmiert von mir das Ruder los und sprang in die Kajüte, riss instinktiv das rechte Kojenpolster hoch und dann sah man kleine züngelnden Flammen. Währenddessen reichte ich ihm vom Niedergang Badetücher und Kissen zum Ersticken der Flammen. Er drückte alles auf das Feuer. Es war geschafft, das Feuer war aus. Wir sahen uns um. Unsere Thalatta lag bei, ruhig und sicher und die Sonne schien.
Wir wussten, das ist unser Schiff.
Was war passiert?
Der Voreigner hatte eine neue Bilgepumpe eingebaut. Leider wurde der Schwimmer nicht in Längsrichtung des Schiffes, sondern quer zur Schiffslinie installiert. Beim Einbau wurde die Pumpe richtigerweise direkt an die Batterie angeschlossen, jedoch ohne für die notwendige Absicherung zu sorgen. Durch die Lage beim Segeln wurde der Schwimmer angehoben und die Bilgepumpe sprang an. Die Pumpe lief lange Zeit, ohne Wasser zu pumpen. Dadurch entstand eine Überhitzung der Kabel. Ohne entsprechende Sicherung war ein Brand nicht zu verhindern. Wir hatten Glück, das Feuer früh genug zu entdecken und sofort die richtige Stelle ( das Schiff war ja neu für uns) zu finden. Einen Schreck bekamen wir nachträglich, als uns einfiel, dass wir unser Schiff noch nicht versichert hatten.

