Segeltörn 2005 der Thalatta zu den Pituysen

Gegen 11.00 Uhr am nächsten Morgen verließen wir die Cala de San Vincente und wollten weiter, wie schon am Vortag eingeplant, in den Hafen von Santa Eulalia.
Erst als wir die Bucht hinter uns gelassen hatten, waren die tatsächlichen Windbedingungen zu erkennen. Der Wind kam mit 2-3 Beaufort aus Nordost. So wie wir ihn einen Tag zuvor gebraucht hätten. Wir wollten segeln und änderten unseren Routenplan, wie so oft. Mit Groß und Fock segelte unsere Thalatta bei etwa 4 Knoten Geschwindigkeit entlang der Nordküste von Ibiza.
Gemächlich zog die Punta Grosa mit dem "toten Leuchtfeuer" und dem Feuer von Pta. Moscarte, das mit seinen weißen und schwarzen Ringen aussieht wie man sich einen Leuchtturm eben vorstellt, an uns vorbei. In der Bucht von Portinatx konnten wir nur 2 Schiffe ausmachen aber um den Anker dort zu werfen war es noch zu früh.
Am Nachmittag erreichten wir die Doppelbucht an der Nordwestküste von Ibiza, die Cala Binirras, auch Trommlerbucht genannt und die Cala Puerto de San Miguel. Von weiten erkannten wir schon den im Meer und in der Mitte der Einfahrt stehenden Monolith, ein gewundener Felsen, der auch „Finger Gottes" genannt wird. Wir ließen die Halbinsel in der Cala San Miguel mit ihrer Prunkvilla an Steuerbord liegen und steuerten den tief im Westen der Cala gelegenen Einschnitt an. Hier ging unser Anker auf 5 Meter in guten Sandgrund. Wie immer sprang ich ins Wasser und überprüfte die Lage unseres Ankers, mit dem wir aber selten Probleme hatten. Er gräbt sich meist sofort bis zum Bügel ein, vorrausgesetzt wir haben ein gutes Ankermanöver gefahren.

Nun lagen wir mit unserem Schiff in einer der schönsten Calas an der Nordwest- küste Ibizas. Das Wasser war so klar, dass wir den Meeresboden deutlich erkennen konnten. Die Farben türkis, hell- und dunkelblau überwogen. Die Schönheit unseres heutigen Ankerplatzes wollten wir erst einmal genießen. Das gelingt natürlich am besten mit einem kühlen Anlegerbier.
Diese, tagsüber sehr lebhafte Buch, hatten wir schon vor zwei Jahren besucht. Die vorhandene große Hotelanlage sorgt für Trubel. Von Wasserski, Segelbooten, Surfern, Kanuten, Schwimmern, Tretbooten und einem rund um die Bucht fahrenden Glasbodenboot ist alles vorhanden. Die Anlage ist vornehmlich von englischen Urlaubern besucht und natürlich „ all inklusive" . Dieses führt natürlich dazu, dass die Hotelgäste sich so gut wie nie aus der Anlage hinaus bewegen und auch nur den Strandbereich nutzen, der zum Hotel gehört, um keine weiteren Kosten zu haben.

Der im westlichen Teil der Bucht gelegene kleine Einschnitt ist aus diesem Grunde meist sehr wenig besucht und wir genossen es, dort unseren Nachmittagskaffee zu trinken, bei einer wunderschönen Aussicht auf die Bucht und unsere dort, ruhig vor Anker liegende, Thalatta. Der abendliche Besuch in der Hotelanlage zeigte uns, wie englische Feriengäste Urlaub machen. Animation der einfachsten Art und die Getränke aus kleinen Kunststoffbechern. Die Tische und die Anlage waren innerhalb von kürzester Zeit mit diesem Plastikmüll übersät. Es waren wohl sicherlich einige hundert Gäste an diesem Abend anwesend und hörten dem kreischenden Möchtegern-Animateur zu, wie dieser sich in Karaoke übte. Vor dem Eingang dieser Riesenhotelanlage gab es schöne kleine spanische Lokale, die leider alle ohne Besucher waren. „All inklusive" lässt grüßen.
An Bord zurückgekommen musste noch eine Flasche Vino Tinto ihr Leben lassen und wir genossen die Ruhe und einen wunderschönen klaren Sternenhimmel. Auch unser Bordhund war froh uns wieder zu sehen.









