Segeltörn 2005 der Thalatta zu den Pituysen



Trotz heutigem schweren Wetter, hatten wir, so wie es beim Festmachen unseres Schiffes zu erkennen war, noch Glück gehabt. Das vorhergesagte Tiefdruckgebiet rückte scheinbar immer näher. Im Südwesten stand nun eine riesige schwarze Wolkenwand. Die Turbolenzen in den Wolkenformationen machten einen sehr bedrohlichen Eindruck. Es sah nach einem aufziehenden Unwetter aus. An unserem Liegeplatz hatten wir am Nachmittag etwa 5 Beaufort Wind, direkt von achtern, was natürlich zur Folge hatte, dass unser Schiff in die Richtung des Anleger gedrückt wurde. Auf die zu erartenden starken Winde mit großen Niederschlägen bereiteten wir uns und unser Schiff vor. Ich hoffte, dass neben uns, auf einem freien Liegeplatz, kein weiteres Schiff gelegt würde. Dadurch konnte ich die freie Muring noch mitbenutzen und so mehr Sicherheit für unsere Thalatta erreichen. Nach wie vor saßen wir in der Sonne. Hinter uns aber bildete sich ein scheinbar aufziehendes schweres Wetter, welches uns aber von einem Sundowner mit einem Glas Wein nicht abhielt. Dabei fiel uns die bekannte Seemannsweisheit

 „ Kommt der Wind vor dem Regen, kannst Dich wieder schlafen legen" ein. Also, nach dieser Regel konnte es nicht schlimm werden. Wir entschlossen uns zum Landfall, wollten aber in der Nähe bleiben und gingen zu dritt (incl. Bordhund) auf die Suche nach einem Restaurant.

Entgegen aller Befürchtungen, schlief der Wind im Laufe des Abends immer mehr ein. Gegen Mitternacht war es fast Windstill.

Marina Santa Eulalia

Am frühen Morgen, es war noch nicht richtig hell, war es da, das ange-kündigte Unwet-ter. Wir wurden von lautem, unaufhörlich auf Deck prasselndem, Regen geweckt. Es goss wie aus Kübeln. Nach wie vor Windstill, kein Lüftchen war zu spüren. Die Gischt, der ins Hafenbecken niederkommenden Wassermassen, nahm uns jede Sicht aus unserem Fenster im Achterschiff. Schiffe der gegenüberliegenden Seite, es waren bis dort nur höchstens 15 bis 20 Meter, konnten wir nicht sehen. Vom Niedergang aus sah ich, dass in einer Höhe von etwa zwei Metern eine, mit den Augen nicht zu durchdringende Wasserwand, stand. Nie zuvor hatte ich so etwas gesehen. Das Regen solche Wasserfontänen verursachen kann, war vorher für mich nicht vorstellbar. Feli hatte Bedenken, dass das Lenzventil, unseres Dingi, die Wassermassen nicht schaffen könnte und  unser Beiboot an den Davits vollaufen könnte und somit für die Aufhängung zu schwer sein würde. Recht hatte sie. Es wurde allerhöchste Zeit, dass ich die achterliche Leine einen Meter lose gab, damit das Wasser abfliesen konnte.

in der Marina Santa Eulalia

Nach fast vier Stunden beruhigte sich das Wetter und der Regen ließ nach. Es folgten nun zwei Tage ohne Wind, mit ein wenig Niederschlag zwischendurch und meist einer geschlossenen Wolkendecke.

Natürlich wollte ich die ersten Hochrechnungen, zur Wahl zum Deutschen Bundestag, am Fernsehen miterleben. Leider war keine Antenne für unser Bordfernsehen in der Nähe. Punkt 18.00 Uhr fanden wir uns dann im Hafenbereich, in einem Lokal mit deutschem Fernsehempfang, ein.

Das Ergebnis der Wahl ist bei weitem nicht nach meinem Geschmack ausgefallen und neben mir an der Theke saß zu allem Überfluss auch noch ein Vertreter der von mir nicht favorisierten politischen Richtung. Lautstark erklärte er alle Schiffseigner zu Steuerflüchtlingen und Schwarzgeld-besitzern, die wohl nun von dem Wahlergebnis enttäuscht wären und denen es nun wohl bald an den Kragen geht. Mein Einwand, dass ich viele Schiffsbesitzer kenne, die für Ihr Boot lange und schwer gearbeitet haben, ließ er nicht gelten. Soviel Geld kann man nur unredlich erworben haben, meinte er. Später stellte sich so nebenher heraus, dass dieser ideologisch verblendete Zeitgenosse schon seit langen Jahren eine tolle Finca in Ibizas Bergen besitzt.

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Santa Eulalia
Marina Santa Eulalia
 Santa Eulalia
SY Thalatta in Puerto de Santa Eulalia
Santa Eulalia
warten auf die Skipperin
Marina Santa Eulalia
Spaziergang
Blick in Richtung Tagomago
Ausflug in die Berge bei Santa Eulalia