Teil 1


 

Seit Anfang Mai sind wir wieder im Seegebiet der Balearen unterwegs. Wir haben uns für diesem Törn vorgenommen alle großen Inseln der Balearen anzulaufen, mit Ausnahme der Insel Cabrera, da  unser Bordhund Timmy dort nicht an Land gehen darf.
Die ersten Tage haben wir Besuch an Bord. Unsere Nachbarn vom Niederrhein, Margret und Melvin, sind unsere Gäste.

Club Nautico Arenal >>> Islas IIIetas >>> Puerto Andraix

unser Balearentörn 2009
Die Backkisten sind voll mit Getränken und Lebensmittel. Bei schönsten Wetter segeln wir von Arenal in westlicher Richtung. Halber Wind um drei Beaufort lassen unser Schiff mit 5-6 Knoten durch die See gleiten. Die Playa de Palma zieht an unserer Steuerbordseite vorbei. Fährschiffe und ein Kreuzfahrer verlassen den Hafen von Palma als wir fast auf gleicher Höhe sind.
Margret u. Melvin
Es wird Zeit eine Wende zu fahren. Unterhalb des Marivent-Palast, dem Sommersitz der spanischen Königsfamilie, legen wir die Thalatta auf die andere Seite. Melvin bedient die Fockwinsch zum ersten Mal. Er kommt ins schwitzen, weil alles schnell gehen muss. Die Winschkurbel verwechselt er mit einer Ratsche, die ja eine ähnliche Funktion hat. Melvin wird von Wende zu Wende perfekter an der Fockwinsch. Unser Anker fällt hinter der Isla IIIetas auf 5 Meter Sandgrund. Für unsere Gäste ist das die erste Übernachtung vor Anker. Timmy macht schon einen Aufstand weil er unbedingt an Land möchte. Mit dem Dingi sind es nur 50 Meter und die kleine Insel gehört in dem Moment uns allein. Vom alten Wehrturm aus haben wir eine herrliche Aussicht. Zurück an Bord müssen wir leider feststellen, dass Margret nicht ganz so seefest ist. Sie erträgt es aber mit Fassung und schluckt alle ihr angebotenen Mittel nebst einem Hierbas
In der Nacht bekommen wir eine alte Welle zu spüren, die unsere Thalatta rollen lässt. Nach dem Frühstück fahren wir Anker auf. Der schöne Wind von gestern hat uns verlassen. In Richtung Cabo Figuera steuern wir unsere Thalatta unter Maschine.  Porto Andraitx ist das Ziel für heute. Gegen frühen Nachmittag weht genügend Wind zum segeln. Der erste Versuch, am Kopf des Anlegesteg festzumachen, ist keine so gute Lösung. Mit viel Glück und der Hilfe eines englischen Skippers, bekommen wir am beliebten Gemeindesteg den absolut letzten Liegeplatz. Melvin bleibt beim zweiten Anlegemanöver an Land und bedient unsere Festmacherleinen vom Steg aus.

nach dem shoppen in Andraix
Große Freude bei unserem Bordhund Timmy. Kiwi der Hund der SY Einhorn ist noch in Porto Andraitx. Ulrike und Klaus von der Einhorn (siehe auch unter Link's) haben wir vor etwa einem Jahr in Porto Andraitx kennen gelernt. Die Weiterreise in Richtung Griechenland soll aber jetzt in den nächsten Tagen erfolgen. Den Tag lassen wir in einem guten Restaurant ausklingen. Schlechtes Wetter ist angesagt. Wir entscheiden uns in Andraitx zu bleiben. Nach zwei Tagen segeln wir zurück nach Arenal, da unsere Gäste nach Hause müssen. Margret und Melvin sind sehr angenehme Gäste und wir verabschieden uns herzlich.

Die Temperaturen ändern sich. Es wird deutlich wärmer. Wir sind wieder mit Timmy zu dritt an Bord und zu unserem Verdruss ist Timmy krank. Er hat sich irgendetwas in seine linken Pfote  getreten und leckt sich diese unentwegt. Wir entscheiden uns hier in Arenal zum Tierarzt zu gehen und nicht mit einem verletzten Bordhund unsere Reise zu starten. Die Tierärztin untersucht die Pfote sehr intensiv, ist sich aber nicht sicher ob sie das Übel der Verletzung entfernen konnte. Ein roter Verband um die linke Pfote unseres Timmy brachte im Nu Mitleid von allen Seiten. Jedem mussten wir die Leidensgeschichte mal in deutsch, mal in spanisch erzählen. Timmy hat in letzter Zeit selten so viele Streicheleinheiten von fremden Leuten bekommen. Wir haben  mit der Tierärztin auch über das Risiko einer solchen doch langen Reise gesprochen. Timmy ist nun mal mit seinen 14 ½ Jahren ein alter Hund und täglich wird es auf den Balearen wärmer. Unsere Bedenken betreffen vorwiegend sein Herz. Bei diesem Gespräch erfahren wir, dass am kommenden Montag eine Ärztin aus Barcelona da sein wird, die sich auf Tier-Kardiologie spezialisiert hat. Wir bekommen kurzfristig einen Termin. Die Salbe unter dem Verband bewirkte, dass Timmy keinen Juckreiz mehr verspürt. Er lässt seine Pfote in Ruhe.

Timmy mit verbundener Pfote
Am Montagmorgen finden wir uns pünktlich um 10.00 Uhr in der Tierklinik ein. Timmy ist nicht begeistert und drängt ständig zur Ausgangstüre. Die Untersuchung beginnt damit, dass unserem Bordhund der Bauch teilweise rasiert wird, um die notwendige Ultraschalluntersuchung durchführen zu können. Weiteres Fell muss er lassen, damit der Blutdruck gemessen werden kann. Er erträgt alles zwar mit Unmut, aber letztlich geduldig. Über das Ergebnis haben wir uns sehr gefreut. Timmys Herz ist für sein Alter sehr leistungsfähig. Wir bekommen alles sehr ausführlich erklärt. Einer Reise, unabhängig von seiner verletzten Pfote, steht nichts im Wege. Ausgestattet mit den Ergebnis der Ultraschalluntersuchung auf einer CD und einem neuen Verband an seiner Pfote, diesmal in marineblau, fahren wir zurück auf unsere Thalatta. Auf der Terrasse im Club Nautico kann Timmy mit seinem neuen blauen Verband reichlich punkten und wir müssen wieder die gesamte Geschichte erzählen.

Arenal-San Telmo

Club Nautico Arenal >>> San Telmo

Unser Schiff in der Abendsonne
Unser Törn bringt uns in die Bucht von San Telmo. Der Anker liegt auf gutem Sandgrund in 6 Meter Tiefe. Von den so laut angekündigten Anlegebojen ist nichts mehr zu sehen. Im nahen Restaurant erleben wir bei einem hervorragenden Menü einen beeindruckenden Sonnenuntergang über der Insel Dragonera.

San Telmo - Puerto Soller

San Telmo >>> Porto Soller

Sa Forada
An der Nordwestküste von Mallorca, wo die schroffen Felswände steil ins Meer übergehen und sich die markante Felsformation Sa Foradada  befindet, ist es der Wunsch der Skipperin, den Anker zu werfen und die Nacht zu verbringen. Unmittelbar unterhalb des Felsdurchbruches ist ein ankern auf etwa 10 Meter Tiefe, mit ausbringen einer Landleine, bei sehr ruhigem Wetter möglich.
Leider kommen wir zu spät. Mit mehr als zwei Schiffen würde ich an diesem Ort nicht ankern und die liegen schon dort. Wir versuchen es von der anderen Seite in einer kleinen Bucht, die bis zu einem steinigen Strand aufsteigt. Bei einer Wassertiefe von zehn Metern können wir den Grund klar sehen und erkennen ausnahmslos Steine auf dem kein Anker hält oder dieser nicht mehr frei kommen wird. Wir geben auf und fahren unter Maschine in den einzigen Hafen der Nordwestküste, nach Puerto Soller.


Es ist schon sehr lang her, dass wir hier mit unserem Schiff waren. Vieles hat sich verändert. In der Bucht von Puerto Soller war es immer üblich zu ankern, was heute so gut wie nicht mehr möglich ist. Der gesamte militärische Bereich ist in zivile Hände übergeben worden. Es gibt einen Gemeindesteg mit moderater Preisgestaltung sowie eine im Aufbau befindliche Marina. Wir finden in der Marina Tramontana  ein ausgesprochen freundliches Personal, das auch mit Sonderwünschen nicht überfordert ist.
Da die Kaimauer sehr hoch ist, lege ich die Thalatta mit dem Bug zum Land an. Trotzdem liegen wir einen guten Meter entfernt und ca.1 Meter tiefer als der Kai. An sich keine große Hürde, wäre da nicht  unser Bordhund Timmy, der ja nicht mehr so gelenkig ist. Timmy musste nun für Landgänge vom Bug aus an Land gehievt werden. Für unseren geübten Bordhund trotz 14 ½ Jahren kein Problem.
Wir liegen mit unserer Thalatta an diesem doch großen Anlegesteg als einzige Yacht. So glauben wir. Keine Stunde vergeht, als eine Yacht nach der anderen einläuft. Der überaus freundliche Marinero muss mittlerweile mit einem Stau anlegewilliger ausnahmslos Charterschiffe klarkommen. Jetzt fällt es uns ein. Heute ist Mittwoch und die Yachten, die gegen den Uhrzeigersinn Mallorca umrunden, treffen heute eben meist in Porto Soller ein.
Wir entschließen uns einen Tag länger zu bleiben und können unser Schiff direkt unterhalb des Club Nautico, fast ins Zentrum des Ortes verlegen, was wesentlich komfortabeler für die Crew ist.

Puerto Soller - Sa Calobra

Porto Soller >>> Sa Calobra

Etwa zwei Stunden mit dem Schiff von Soller entfernt befindet sich die Mündung des größten Flusses Mallorcas, der Torrente de Pareis, der sich zum Meer in die Cala de sa Calobra öffnet. Hier wollen wir die nächste Nacht verbringen. Schon beim fallen lassen der Ankerkette auf acht Meter Sandgrund werden wir von größeren Fischschwärmen begrüßt. Die steil nach oben reichenden Felswände dieser Naturschlucht werfen jedes Geräusch als Schall mehrfach zurück. Auf den Balearen gibt es wohl keinen Ankerplatz, der so zu beeindrucken vermag. Wir warten bis der steinige Strand sich ein wenig geleert hat und fahren mit unserem Dingi an Land. Die noch vorhandenen Besucher sind größtenteils mit einem Reisebus oder mit dem Ausflugsdampfer aus Puerto Soller hier angekommen. Ab den späten Nachmittagstunden haben wir die Sa Calobra fast für uns alleine.
Sa Calobra
Es soll eine sehr unruhige Nacht werden. Fast windstill aber die in der Cala strömende alte Welle bricht sich an den Felswänden und sorgt dafür, dass die Thalatta die gesamte Nacht rollt, sich also ständig hin und her bewegt. Da wir jedoch quer zur Schiffsachse schlafen können, überstehen wir die Nacht gut. Etwas ungewöhnliches geschieht jedoch. Ich sitze schon seit sechs Uhr am Morgen in der Plicht, als gegen sieben Uhr ein sehr heißer Wind wie aus einem Föhn auf höchster Wärmestufe einsetzt.

Sa Calobra - Alcudia

Sa Calobra >>> Puerto Alcudia

Wir holen den Anker auf und fahren mit Kurs Nord, in Richtung Cabo Formentor. Der Wind wird immer stärker. Er fällt in 90 Grad zu unserem Kurs ein. Der Windmesser zeigt ständig um die 30 Knoten und in den extrem heißen Boen bis zu 40 Knoten. Diese Boen erwischen uns immer in den Bereichen der Bergeinschnitte, wenn wir also aus der Landabdeckung sind. Unsere Sunbeam liegt perfekt in den Wellen. Ohne zu stampfen machen wir um die sechs Knoten über Grund.
Cab Formentor
Trotz widriger Wettersituation fühlen wir uns sicher. Kurz vor dem Kap wird der Wind beständiger und pegelt sich um die 20 Knoten ein. Mit einem Reff im Großsegel und Fock runden wir das Cabo Formentor, die nördliche Spitze von Mallorca. Der Autopilot ist ausgeschaltet. Die nicht zu berechnende See verlangt das steuern und reagieren der Yacht von Hand. Es macht Spaß, die doch jetzt sehr hohen Wellen auszufahren. Unser Schiff läuft hervorragend. Die von achtern anrauschende See wirkt in einem Mittelschiffcockpit, wie es unsere Sunbeam 39 hat, längst nicht so bedrohlich. Wir überqueren die Bucht von Pollensa, bergen das Groß und nehmen im Vorwind, mit der gerefften Fock, mit 5 Knoten, Kurs auf den Hafen von Alcudia.

Alcudia

Die geschätzte drei Meter hohe Welle sorgt bei einigen uns unter Maschine entgegenkommenden Seglern nicht gerade für ein komfortablen Törn. Die Schiffe stapfen in der groben See ihren Bug gegen die Welle so hoch, dass der Kiel zu sehen ist. Feli meldet uns über UKW im Hafen an und gegen frühen Nachmittag machen wir fest.

Nach zwei Tagen in Alcudia, verholen wir uns für ein paar Tage bei bestem Wetter, an die Landspitze I'Avancada in das Bojefeld von Pollensa. Auf dieser Landspitze liegt die ehemalige Festung la Fortalesa. Diese sehr aufwendig restaurierte Ruine gehört zur Zeit noch zum Militär, soll jedoch bald der Öffentlichkeit freigegeben werden.
Danach fällt unser Anker in der Bucht unterhalb der Isla de Formentor. Der Strand, mit seinen bis ans Wasser reichenden Pinienwäldern, ist sicherlich einer der schönsten der Insel.

Auf See
Ankern vor der ehemalige Festung la Fortalesa
Timmy auf Kontrollgang
Unser Bordhund kann mal wieder nicht abwarten
Ausflug mit dem Dingi zum alten Katell
ob das je noch was wird ???
ehemalige Festung la Fortalesa
Alcudia - Sankt Pere

Puerto Alcudia >>> Bucht v. Pollensa >>> Colonia de sankt Pere    

Colonia_de_sant Pere
Von unserem Ankerplatz an der Isla de Formentor zum neuen Hafen von  Colonia San Pere, wo wir mit Friedhelm Burghardt verabredet sind, haben wir achterlichen Wind um die 20 Knoten. Die Dünung ist sehr hoch. Das Meer ist dunkelblau und hat Schaumkronen. Wir durchqueren die Bucht von Alcudia nur mit der Fock. Die Logge zeigt bis zu 7,5 Knoten. Can Picafort mit seinen Hochhäusern lassen wir an unserer Steuerbordseite und passieren die, bei einer solch hohen Dünung, doch sehr schmale Einfahrt, des vor kurzen erst erweiterten Hafen von Colonia San Pere.

Der kleine und übersichtliche Ort Colonia San Pere ist uns auf Anhieb sympathisch. Äußerst freundliches Personal sowie moderate Liegegebühren in Verbindung mit einem hervorragenden Restaurant im Club Nautico haben uns überzeugt. In den beiden spanischen Bars im Ort wird ein sehr ordentliches Menü del Dia angeboten. An der kleinen Strandpromenade werben einige sehr nette Restaurants um Gäste. Besonders erstaunt die große und gute Brotauswahl im Supermarkt direkt am Hafen.
Dorfmitte von Colonia de sankt Pere
Unsere Fischplatte in einem Dorfgasthaus
Colonia de sankt Pere

Mit unseren Bordfahrrädern erkunden wir die nähere Umgebung und bestaunen in der Landschaft stehende Säulen, die in früheren Zeiten Schiffen zur Navigation dienten. Die Kirche im Ort hat in ihrer Spitze die gleiche Form und diente früher wohl in der Verlängerung ebenfalls als Orientierung für Seeleute.

Mit Friedhelm Burghardt besprechen wir einige kleine Änderungen an unserem Schiff die jedoch erst im November gemacht werden sollen. Zu unserer Überraschung bringt er uns aus seinem Garten eine große Tüte Orangen und Zitronen mit. Zum Auspressen sind sie uns zu schade. Wir essen diese ohne jegliche Chemikalien behafteten Früchte lieber geschält. Drei Tage bleiben wir in diesem kleinen hübschen Hafen.

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in Puerto Andraix
Margret u. Melvin
In der Bar Andaluz
Bar Andaluz
Auf der Insel IIietas
Im Bierkönig an der Playa de Palma
Land in Sicht
im letzten Büchsenlicht
in Puerto Andraix
Melvin und Timmy
Unsere Thalatta im Schutz der Insel
Timmy mit rotem Verband
der Verband wurde dem Schiff entsprechend in blau gehalten
Nach dem Besuch beim Tierarzt
In der Bucht von San Telmo
beim Morgencafe in San Telmo
in der Abendsonne
In der Bucht von San Telmo
In der Bucht von San Telmo
Isla Dragonera ( Dracheninsel)
verwickelte Gassen in Porto Soller
Wolkenspiel an der Westküste von Mallorca
verwickelte Gassen in Porto Soller
im Cafe in Porto Soller
Porto Soller
in Porto Soller
Grillen an Bord in Porto Soller
Timmy mit verletzter Pfote in Puerto Soller
Porto Soller
Porto Soller
Porto Soller
Sa Calobra
Wolkenspiel an der Westküste von Mallorca
Cap Formentor in Sicht
Reise
Skipperin im Dienst
Colonia de sankt Pere
Fischplatte in der Dorfkneipe von Colonia de sankt Pere
Kormoran im Hafen
Fischplatte in der Dorfkneipe von Colonia de sankt Pere
Unsere Fischplatte in einem Dorfgasthaus
Gästebuch

Unser Gästebuch